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Evangelische Kirchengemeinde Budenheim online


Ev. Kirche BudenheimHistorisches

Entstehung der Gemeinde
Einweihung der Kirche
Eine Kirche wird bunt
Die Politik greift ein
Die Budenheimer Gemeinde wird selbständig
Kindergarten & Gemeindehaus
Die Pfarrerinnen / Pfarrer
Hermann-Volkenborn-Platz
Bildergalerie


Entstehung der Gemeinde

Um 1873 gab es in dem 518 Einwohner zählenden Budenheim genau vier evangelische Bürger. Die Zahl wuchs zunächst auf zwölf, wurde dann nochmals um die fünfköpfige Familie Volkenborn aus Duisburg erweitert.

Hermann Volkenborn

Was mag das für ein Mann gewesen sein, dem der erste im Dekanat Mainz für Budenheim verantwortliche Pfarrer Berck für wert hielt, mit seinem Lebenslauf den evangelischen Christen ganz Deutschlands vorgestellt zu werden ?
Berck machte aus seinem Leben eine Erzählung (veröffentlicht in dem Kalender "Evangelischer Volksbote 1933"). Er gab seinem Hauptdarsteller Hermann Volkenborn darin den Namen Gottlieb Stark.
Als Hermann Volkenborn 1873 mit Frau und drei Töchtern nach Budenheim zog, um eine Stelle als Steinbruchverwalter anzutreten, wuchs durch seine Familie die Zahl der Evangelischen in Budenheim auf 17 an.
In den folgenden Jahren zogen immer mehr evangelische Bürger in die Gemeinde. Die Volkenborns vermissten eine evangelische Kirche und beschlossen deshalb, die nächstgelegenen Gottesdienste sonntags zu Fuß oder mit der Bahn aufzusuchen. Nach 1886 zog die kleine Gruppe verstärkt zu der eben gegründeten Gemeinde in Mombach.

Unermüdlich war Hermann Volkenborn für seine evangelische Gemeinde tätig.Zählen wir hier die Glieder der Kette seiner Verdienste einmal auf:

  • Als die Zahl der Evangelischen sich um 1890 auf 100 zubewegte, setzte Volkenborn alle kirchlichen Hebel in Bewegung, um eine eigene Gemeinde mit eigenem Gottesdienst für Budenheim zu errichten. Einen Raumvorschlag hatte Volkenborn wahrscheinlich auch schon im Blick: Die Schule sollte für den Gottesdienst einen Klassenraum zur Verfügung stellen. Die Kirchenleitung unter Führung von Dekan Kirchenrat Walther aus Ingelheim stimmte am 13. November 1893 der Einrichtung einer Filialgemeinde der Gemeinde Wackernheim zu. Hermann Volkenborn kann somit als Gründer der evangelischen Kirchengemeinde Budenheim angesehen werden.
  • In der Folgezeit wurde der Gottesdienst tatsächlich zunächst im Schulsaal abgehalten, bis es Ärger mit den katholischen Einwohnern gab. Volkenborn stellte der jungen Gemeinde daraufhin vom 27. Mai 1894 an zwei Räume in seinem Wohnhaus in der Hauptstraße 9 zur Verfügung. Zwei Räume wurden dafür eigens zum "Betsaal" hergerichtet und boten der Gemeinde fast 20 Jahre eine Heimstätte.
  • Die ihm dafür gezahlte geringe Miete verwendete er größtenteils für den Kauf von Einrichtungsgegenständen des Betsaals und der späteren Kirche: Harmonium, Abendmahlsgerät, Bänke, Lesepult. Vom (noch heute genutztenen) Taufgeschirr wissen wir sicher, daß er es sogar ganz aus eigener Tasche gezahlt hat. Er stiftete es zur Taufe von Katharina Gruber am 1.1.1895.
  • Als Mitglied des Ortsgemeinderates erreichte er, daß der von ihm gewählte, günstig gelegene Bauplatz an der Binger Straße zum Bau einer Kirche innerhalb einer 10-Jahres-Frist im Jahre 1903 an die Kirchengemeinde verkauft wurde.
  • Auch um den Kirchenbau in der vorgegebenen Frist ausführen zu können, betrieb Volkenborn die Trennung von Wackernheim und damit die Beendigung der rasch wechselnden Pfarrassistentenzeiten zugunsten des Anschlusses der Gemeinde an der Verband der Landpfarreien des Dekanats Mainz - und ihrem kirchenbauerfahrenen Pfarrer Berck in Mombach.
  • Als sich Pfarrer Ludwig Berck 1909 dem Kirchenvorstand und der Gemeindevertretung vorstellte, sagte ihm Volkenborn, dass man sowohl in Mombach als auch in Budenheim eine Kirche bauen wolle. Die Entwürfe des Architekten Weisse konnten in der Gemeinde aber keine Zustimmung finden. Auf Vermittlung von Berck lernte der Kirchenvorstand Landeskirchenbaumeister Professor Friedrich Pützer aus Darmstadt kennen. Volkenborn nutzte die Gelegenheit, Pützer für Budenheim zu interessieren. Wenige Wochen später erschien Pfarrer Berck zur Kirchenvorstandssitzung in Budenheim und zog Baupläne für eine ursprünglich von Pützer in Erbach im Odenwald geplante Kirche aus der Tasche. Die Budenheimer waren begeistert, und schon kam es zum Auftrag an den berühmten Kirchenbaumeister.
  • Von der Gemeindeseite war Volkenborn der führende Kirchenbauherr.Hier bewährte er sich bei der Lösung der Sparverpflichtung durch das vorfinanzierende Gustav-Adolf-Werk. Es verlangte die Streichung der Glocken und der Orgel aus dem Bauprogramm. Gemeinsam mit Pfarrer Berck gelang es Volkenborn, wenigstens die Finanzierung der Glocken zu erreichen, während die Anschaffung der Orgel einem privaten Spenderkreis überlassen wurde. Und Hermann Volkenborn hatte dann wohl auch noch den Hauptbetrag für die Orgel selbst gestiftet.
Nach der Die evangelische wie katholische Bevölkerung nahm großen Anteil bei der Goldenen, Diamantenen und Eisernen Hochzeit (1907-22) der Volkenborns - und auch an seinem Begräbnis im Jahre 1924. Doch dann wurde es bald still um den zu Lebzeiten ruhigen und schweigsamen Mann, der lieber Taten für sich sprechen ließ. Nach 1945 wußten nur noch wenige Budenheimer von seinem Wirken und kaum einer etwas über seine Bedeutung für die Entstehung der Gemeinde. Kirche und bürgerliche Gemeinde hatten ihn über den Wirren der Zeit vergessen - und sein Grab war schon vor langer Zeit beseitigt worden.
Dank der Nachforschungen von Dr. Benno Duhr erinnert man sich nun wieder des Gründers der evangelischen Kirchengemeinde Budenheim und Bauherrn der Kirche.
 

Ev. Kirche BudenheimDie Einweihung der Kirche

Die Gemeinde hatte am 22. September 1912 Grund zum feiern: der Grundstein für die eigene Kirche wurde gelegt. Die drei Glocken wurden am 16. Februar 1913 eingebaut.
Am 10. August 1913 war es endlich soweit. Die Kirche wurde eingeweiht. Zahlreiche Ehrengäste nahmen daran ebenso teil wie fast die vollständige Einwohnerschaft Budenheims. Aus Darmstadt war der Präsident des Oberkonsortiums D. Nebel gekommen. Das Großherzogpaar hatte aus Termingründen absagen müssen. Der Großherzog hatte das Modell unserer Kirche aber schon im Atelier von Professor Pützer besichtigt. An Pfarrer Ludwig Berck wurde vom Großherzog anläßlich der Einweihung der 3. Kirche, die unter seiner Obhut gebaut worden war, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipp des Großmütigen verliehen.

"Die Fahnen wehten, die Vereine marschierten auf, die Sängervereinigung sang und der liebe Gott freute sich an dem schönen Frieden seiner katholischen und evangelischen Kinder und ließ seine Sonne scheinen und sein Evangelium leuchten in allen Herzen" (Pfarrer Berck). Budenheim hatte seine, die vorletzte, Pützer-Kirche.
Mehr über den Architekten Friedrich Pützer erfahren Sie bei Wikipedia.

Eine Kirche wird bunt

Zu den Urteilen über die Kirche gehören die Begriffe "Bauernbarock" und "Jugendstil". Dass die Wandmalerei allein diese Attribute rechtfertigt, liegt an dem Offenbacher Kunstmaler Richard Throll. Mit seinen Motiven erinnert er an die Kirchen- und Lüftelmalereien seiner süddeutschen Heimat und den Kontakt mit den Jugendstilmalern der Schollekünstler Münchens.
Später wandte sich Throll expressionistischen Werken zu. Er wurde ab 1936 als Maler "entarteter Kunst" verfolgt - und wurde Opfer der Nationalsozialisten.

Die Politik greift ein

Die Politik greift in den drei Jahrzehnten nach dem ersten Weltkrieg in das Leben der ev. Kirchengemeinde ein. Von der französischen Besatzungsverwaltung wird Pfarrer Berck mehrmals verhört, einige Tage ins Gefängnis gesetzt und 1923 aus dem Besatzungsgebiet ausgewiesen.
Sein Nachfolger Wilhelm Rau gilt der Kirchenverwaltung als zu jung und unerfahren. Ihm folgen Pfarrer Hoffmann, der den in die Gemeinde drängenden Parteienstreit neutralisieren konnte und 1933 Pfarrer Johannes Heusel.
Nach dem Krieg bekam Pfarrer Heusel in Budenheim Hilfe durch fünf aufeinanderfolgende Pfarrassistenten.
Das Altarkreuz wurde nach dem Krieg noch unter Pfarrer Heusel angeschafft. Pfarrvikar Reiss brachte 1957 Licht in die Kirche: die Glasleuchten von 1913 wurden gegen Messingleuchten ausgetauscht, die höhere Wattleistungen zuließen. Außerdem gab er das Altar-Antependium bei einer Kunststickerei in Stuttgart in Auftrag.

Die Budenheimer Gemeinde wird selbständig

Im Januar 1963 wurde Budenheim zur selbständigen Gemeinde erhoben und nach der Wahl des Kirchenvorstandes der bisherige Pfarrassistent Joachim Krämer ihr erster Pfarrer.
Zum 50jährigen Jubiläum des Kirchbaus konnte am 30. Juni 1963 die Orgel renoviert werden. Eine Renovierung des Kirchenraumes wurde dann 1964 realisiert werden.

Kindergarten & Gemeindehaus

Der ev. Kindergarten wurde 1969 errichtet. Die zweigruppige Einrichtung ist eng in die Gemeindearbeit einbezogen.

Unter Pfarrerin Helga Sauer wurde das Gemeindehaus geplant, das sich harmonisch an die Pützer-Kirche anpassen sollte. Das Gemeindehaus für die wöchentliche Gemeindearbeit wurde nach Plänen von Martin Dehnhard erbaut. Mit dem ersten Spatenstich begannen die Bauarbeiten am 13. März 1984. Am 31. März 1985 konnte Einweihung gefeiert werden. Einige Wochen zuvor war die Pützer-Kirche unter Denkmalschutz gestellt worden.

Hermann-Volkenborn-Platz

Im Jahr 2001 beschließt die bürgerliche Gemeinde Budenheim, den Platz vor der ev. Kirche nach dem Gründer der Kirchengemeine in "Hermann-Volkenborn-Platz" umzubenennen.

Im Sommer 2007 wurde der Hermann-Volkenborn-Platz umgebaut. Im Frühjahr 2008 wird er als ein freundlicher, zentraler im Ort gelegener Treffpunkt für Jung und Alt offiziell der Gemeinde übergeben.

Die Pfarrerinnen / Pfarrer

Herr Krämer (1954-78)
Herr Schmutzler, Spezialvikar (1978)
Frau Sauer (1979-86)
Herr Adam, Pfarrvikar (1986-89)
Herr Zander / Gräf (1990-94)
Frau Dr. Ossa (1995-98)
Herr Dr. Thonipara, Vakanzvertretung (1999)
Frau Thonipara (2000-2010)
Frau Beier, Vakanzvertretung (2010-2011)
Herr Dr. Volkmann (seit 2011)