Gemeinde

 Die Gemeinde stellt sich vor Budenheim (9.000 Einwohner) ist eine selbständige Industrie- und Wohngemeinde, gelegen zwischen Rhein und Lennebergwald, 8 km westlich von der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Budenheim kann auf eine über 1.200-jährige Geschichte zurückblicken.

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Die meisten Gemeindeglieder sind als Beamte, Angestellte und Arbeiter bei Behörden und Betrieben des Rhein-Main-Gebietes beschäftigt.

Mittelpunkt der Evangelischen Kirchengemeinde (1710 Gemeindeglieder) sind die denkmalgeschützte Pützer-Kirche (Baujahr 1913, 200 Sitzplätze) und das 1985 errichtete Gemeindehaus. Zur Kirchengemeinde gehört zudem ein 1967 erbauter und 2004/2005 renovierter und ausgebauter Kindergarten.

In der ev. Kirchengemeinde Budenheim sind eine Gemeindesekretärin, eine CVJM-Jugendleiterin, zwei Chorleiterinnen, ein Küster / Hausmeister für Kirche und Gemeindehaus sowie vier Organistinnen & Organisten tätig.

Zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen die Gemeindearbeit. Wir sind eine Gemeinde vor Ort und im Ort. Ihre Fähigkeiten beleben unsere Gemeinde, denn wir bringen evangelische Farbe in das Leben von Budenheim.

Die Kirchengemeinde ist Teil des Evangelischen Dekanats Mainz, und damit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Die Jugendarbeit der Gemeinde wird unterstützt durch die 2007 ins Leben gerufene Karin-Eckert & Paula-Ludwig-Stiftung.

 

 

 

 


Entstehung der Gemeinde

gerhardUm 1873 gab es in dem 518 Einwohner zählenden Budenheim genau vier evangelische Bürger. Die Zahl wuchs zunächst auf zwölf, wurde dann nochmals um die fünfköpfige Familie Volkenborn aus Duisburg erweitert. Hermann Volkenborn

Was mag das für ein Mann gewesen sein, dem der erste im Dekanat Mainz für Budenheim verantwortliche Pfarrer Berck für wert hielt, mit seinem Lebenslauf den evangelischen Christen ganz Deutschlands vorgestellt zu werden ?
Berck machte aus seinem Leben eine Erzählung (veröffentlicht in dem Kalender "Evangelischer Volksbote 1933"). Er gab seinem Hauptdarsteller Hermann Volkenborn darin den Namen Gottlieb Stark.
Als Hermann Volkenborn 1873 mit Frau und drei Töchtern nach Budenheim zog, um eine Stelle als Steinbruchverwalter anzutreten, wuchs durch seine Familie die Zahl der Evangelischen in Budenheim auf 17 an.
In den folgenden Jahren zogen immer mehr evangelische Bürger in die Gemeinde. Die Volkenborns vermissten eine evangelische Kirche und beschlossen deshalb, die nächstgelegenen Gottesdienste sonntags zu Fuß oder mit der Bahn aufzusuchen. Nach 1886 zog die kleine Gruppe verstärkt zu der eben gegründeten Gemeinde in Mombach.

Unermüdlich war Hermann Volkenborn für seine evangelische Gemeinde tätig.Zählen wir hier die Glieder der Kette seiner Verdienste einmal auf:

 

Als die Zahl der Evangelischen sich um 1890 auf 100 zubewegte, setzte Volkenborn alle kirchlichen Hebel in Bewegung, um eine eigene Gemeinde mit eigenem Gottesdienst für Budenheim zu errichten. Einen Raumvorschlag hatte Volkenborn wahrscheinlich auch schon im Blick: Die Schule sollte für den Gottesdienst einen Klassenraum zur Verfügung stellen. Die Kirchenleitung unter Führung von Dekan Kirchenrat Walther aus Ingelheim stimmte am 13. November 1893 der Einrichtung einer Filialgemeinde der Gemeinde Wackernheim zu. Hermann Volkenborn kann somit als Gründer der evangelischen Kirchengemeinde Budenheim angesehen werden.

In der Folgezeit wurde der Gottesdienst tatsächlich zunächst im Schulsaal abgehalten, bis es Ärger mit den katholischen Einwohnern gab. Volkenborn stellte der jungen Gemeinde daraufhin vom 27. Mai 1894 an zwei Räume in seinem Wohnhaus in der Hauptstraße 9 zur Verfügung. Zwei Räume wurden dafür eigens zum "Betsaal" hergerichtet und boten der Gemeinde fast 20 Jahre eine Heimstätte.

Die ihm dafür gezahlte geringe Miete verwendete er größtenteils für den Kauf von Einrichtungsgegenständen des Betsaals und der späteren Kirche: Harmonium, Abendmahlsgerät, Bänke, Lesepult. Vom (noch heute genutztenen) Taufgeschirr wissen wir sicher, daß er es sogar ganz aus eigener Tasche gezahlt hat. Er stiftete es zur Taufe von Katharina Gruber am 1.1.1895.

schluessel1aAls Mitglied des Ortsgemeinderates erreichte er, daß der von ihm gewählte, günstig gelegene Bauplatz an der Binger Straße zum Bau einer Kirche innerhalb einer 10-Jahres-Frist im Jahre 1903 an die Kirchengemeinde verkauft wurde.

Auch um den Kirchenbau in der vorgegebenen Frist ausführen zu können, betrieb Volkenborn die Trennung von Wackernheim und damit die Beendigung der rasch wechselnden Pfarrassistentenzeiten zugunsten des Anschlusses der Gemeinde an der Verband der Landpfarreien des Dekanats Mainz - und ihrem kirchenbauerfahrenen Pfarrer Berck in Mombach.

Als sich Pfarrer Ludwig Berck 1909 dem Kirchenvorstand und der Gemeindevertretung vorstellte, sagte ihm Volkenborn, dass man sowohl in Mombach als auch in Budenheim eine Kirche bauen wolle. Die Entwürfe des Architekten Weisse konnten in der Gemeinde aber keine Zustimmung finden. Auf Vermittlung von Berck lernte der Kirchenvorstand Landeskirchenbaumeister Professor Friedrich Pützer aus Darmstadt kennen. Volkenborn nutzte die Gelegenheit, Pützer für Budenheim zu interessieren. Wenige Wochen später erschien Pfarrer Berck zur Kirchenvorstandssitzung in Budenheim und zog Baupläne für eine ursprünglich von Pützer in Erbach im Odenwald geplante Kirche aus der Tasche. Die Budenheimer waren begeistert, und schon kam es zum Auftrag an den berühmten Kirchenbaumeister.

Von der Gemeindeseite war Volkenborn der führende Kirchenbauherr.Hier bewährte er sich bei der Lösung der Sparverpflichtung durch das vorfinanzierende Gustav-Adolf-Werk. Es verlangte die Streichung der Glocken und der Orgel aus dem Bauprogramm. Gemeinsam mit Pfarrer Berck gelang es Volkenborn, wenigstens die Finanzierung der Glocken zu erreichen, während die Anschaffung der Orgel einem privaten Spenderkreis überlassen wurde. Und Hermann Volkenborn hatte dann wohl auch noch den Hauptbetrag für die Orgel selbst gestiftet.

 

Nach der Die evangelische wie katholische Bevölkerung nahm großen Anteil bei der Goldenen, Diamantenen und Eisernen Hochzeit (1907-22) der Volkenborns - und auch an seinem Begräbnis im Jahre 1924. Doch dann wurde es bald still um den zu Lebzeiten ruhigen und schweigsamen Mann, der lieber Taten für sich sprechen ließ. Nach 1945 wußten nur noch wenige Budenheimer von seinem Wirken und kaum einer etwas über seine Bedeutung für die Entstehung der Gemeinde. Kirche und bürgerliche Gemeinde hatten ihn über den Wirren der Zeit vergessen - und sein Grab war schon vor langer Zeit beseitigt worden.
Dank der Nachforschungen von Dr. Benno Duhr erinnert man sich nun wieder des Gründers der evangelischen Kirchengemeinde Budenheim und Bauherrn der Kirche.

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Die Einweihung der Kirche

Die Gemeinde hatte am 22. September 1912 Grund zum feiern: der Grundstein für die eigene Kirche wurde gelegt. Die drei Glocken wurden am 16. Februar 1913 eingebaut.
Am 10. August 1913 war es endlich soweit. Die Kirche wurde eingeweiht. Zahlreiche Ehrengäste nahmen daran ebenso teil wie fast die vollständige Einwohnerschaft Budenheims. Aus Darmstadt war der Präsident des Oberkonsortiums D. Nebel gekommen. Das Großherzogpaar hatte aus Termingründen absagen müssen. Der Großherzog hatte das Modell unserer Kirche aber schon im Atelier von Professor Pützer besichtigt. An Pfarrer Ludwig Berck wurde vom Großherzog anläßlich der Einweihung der 3. Kirche, die unter seiner Obhut gebaut worden war, das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipp des Großmütigen verliehen.

"Die Fahnen wehten, die Vereine marschierten auf, die Sängervereinigung sang und der liebe Gott freute sich an dem schönen Frieden seiner katholischen und evangelischen Kinder und ließ seine Sonne scheinen und sein Evangelium leuchten in allen Herzen" (Pfarrer Berck). Budenheim hatte seine, die vorletzte, Pützer-Kirche.
Mehr über den Architekten Friedrich Pützer erfahren Sie bei Wikipedia.

 

 


orgel1Eine Kirche wird bunt

Zu den Urteilen über die Kirche gehören die Begriffe "Bauernbarock" und "Jugendstil". Dass die Wandmalerei allein diese Attribute rechtfertigt, liegt an dem Offenbacher Kunstmaler Richard Throll. Mit seinen Motiven erinnert er an die Kirchen- und Lüftelmalereien seiner süddeutschen Heimat und den Kontakt mit den Jugendstilmalern der Schollekünstler Münchens.
Später wandte sich Throll expressionistischen Werken zu. Er wurde ab 1936 als Maler "entarteter Kunst" verfolgt - und wurde Opfer der Nationalsozialisten.

Die Politik greift ein

Die Politik greift in den drei Jahrzehnten nach dem ersten Weltkrieg in das Leben der ev. Kirchengemeinde ein. Von der französischen Besatzungsverwaltung wird Pfarrer Berck mehrmals verhört, einige Tage ins Gefängnis gesetzt und 1923 aus dem Besatzungsgebiet ausgewiesen.
Sein Nachfolger Wilhelm Rau gilt der Kirchenverwaltung als zu jung und unerfahren. Ihm folgen Pfarrer Hoffmann, der den in die Gemeinde drängenden Parteienstreit neutralisieren konnte und 1933 Pfarrer Johannes Heusel.
Nach dem Krieg bekam Pfarrer Heusel in Budenheim Hilfe durch fünf aufeinanderfolgende Pfarrassistenten.
Das Altarkreuz wurde nach dem Krieg noch unter Pfarrer Heusel angeschafft. Pfarrvikar Reiss brachte 1957 Licht in die Kirche: die Glasleuchten von 1913 wurden gegen Messingleuchten ausgetauscht, die höhere Wattleistungen zuließen. Außerdem gab er das Altar-Antependium bei einer Kunststickerei in Stuttgart in Auftrag.

 


Die Budenheimer Gemeinde wird selbständig

Im Januar 1963 wurde Budenheim zur selbständigen Gemeinde erhoben und nach der Wahl des Kirchenvorstandes der bisherige Pfarrassistent Joachim Krämer ihr erster Pfarrer.
Zum 50jährigen Jubiläum des Kirchbaus konnte am 30. Juni 1963 die Orgel renoviert werden. Eine Renovierung des Kirchenraumes wurde dann 1964 realisiert werden.

Kindergarten & Gemeindehaus

Der ev. Kindergarten wurde 1967 errichtet. Die Einrichtung ist eng in die Gemeindearbeit einbezogen. Der Kindergarten war ursprünglich zweizügig. 2004 bis 2005 wurde der Kindergarten komplett renoviert und trägt seitdem den Namen "Evangelischer Kindergarten Budenzauber". Außerdem kam eine dritte Gruppe dazu, in der Ganztagsbetreuung angeboten wird. Im Jahr 2006 wurde das Außengelände naturnah umgestaltet. 

Unter Pfarrerin Helga Sauer wurde das Gemeindehaus geplant, das sich harmonisch an die Pützer-Kirche anpassen sollte. Das Gemeindehaus für die wöchentliche Gemeindearbeit wurde nach Plänen von Martin Dehnhard erbaut. Mit dem ersten Spatenstich begannen die Bauarbeiten am 13. März 1984. Am 31. März 1985 konnte Einweihung gefeiert werden. Einige Wochen zuvor war die Pützer-Kirche unter Denkmalschutz gestellt worden.

kindergarten


Hermann-Volkenborn-Platz

Im Jahr 2001 beschließt die bürgerliche Gemeinde Budenheim, den Platz vor der ev. Kirche nach dem Gründer der Kirchengemeine in "Hermann-Volkenborn-Platz" umzubenennen.

Im Sommer 2007 wurde der Hermann-Volkenborn-Platz umgebaut. Im Frühjahr 2008 wird er als ein freundlicher, zentraler im Ort gelegener Treffpunkt für Jung und Alt offiziell der Gemeinde übergeben.

 

Die Pfarrerinnen / Pfarrer

  • Herr Krämer (1954-78)
  • Herr Schmutzler, Spezialvikar (1978)
  • Frau Sauer (1979-86)
  • Herr Adam, Pfarrvikar (1986-89)
  • Herr Zander / Gräf (1990-94)
  • Frau Dr. Ossa (1995-98)
  • Herr Dr. Thonipara, Vakanzvertretung (1999)
  • Frau Thonipara (2000-2010)
  • Frau Beier, Vakanzvertretung (2010-2011)
  • Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! (seit 2011)

Kontakt

Evangelische Kirchengemeinde Budenheim, Jahnstr. 2, 55257 Budenheim

Gemeindebüro
Martina Klein, Tel: 06139-368
Dienstag 14-17 Uhr | Mittwoch 9-12 Uhr | Donnerstag 15-18 Uhr | Freitag 9-12 Uhr
Pfarrer
Dr. Stefan Volkmann,
Tel: 06139-290704

Anfahrt

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